LieLa VorEntwicklungen

Gestalt braucht Raum: hier ist er!

Archiv für die Kategorie ‘Zukunft’

Gefühl und Konzentration

Geschrieben von dorothe - 12. Mai 2011

Wer Gefühle hat, hat Wahrnehmungen und spiegelt Eindrücke und Vorstellungen von der Welt in seinem Inneren. Er empfindet Zusammenhänge, wägt ab, erfindet Bedeutungsräume, beschreibt  Sinn. Vitalität – meine persönliche Lebenskraft -  setzt die Fähigkeit voraus Gefühle wahrzunehmen, Wahrnehmungen in Worte zu fassen und in Handlungen münden zu lassen. Ob ich ein Gefühl der Ohnmacht habe oder ein Gefühl der Selbstwirksamkeit entwickeln kann, macht dabei einen fundamentalen Unterschied.

Um ein  Gefühl für meine eigenen Kraft wiederzufinden in unübersichtlichen, belastenden Situationen, nutze ich meine Fähigkeit zur Konzentration. Konzentration auf das, was schon gut ist, ist hilfreich. Konzentration auf das, was mich jetzt schon freut, kräftigt mich.  Konzentration auf die vielen kleinen Dinge, die in meiner Hand liegen, die ich gestalten kann, lässt mich aktiv handeln. Ich entscheide, worauf ich mich konzentrieren will!  Das Gefühl folgt dem Gesetz der Aufmerksamkeit.

Veröffentlicht in Gegenwart, was wirkt, Zukunft | Kommentar schreiben »

Global

Geschrieben von stefan - 23. April 2011

Es trifft wohl zu, dass im Innersten alles miteinander verbunden ist. Damit ergibt sich beinahe beiläufig das Spannungsfeld zwischen Zugehörigkeit und Abgrenzung, zwischen dem Einen und dem Ganzen, dem Gestaltbaren und dem Schicksal. Nicht zuletzt die Ereignisse in Japan haben u.a. durch die europäischen Beteuerungen, dass es für uns gar nicht gefährlich sein könnte und dem damit verbundene Zweifel daran gezeigt, wie wenig wir diesen Spannungsfeldern dauerhaft ausweichen können: Wir haben uns haben uns mit der Welt zu beschäftigen und allein das Verantwortungsgefühl ist Wegweiser dafür, in welchem Maße wir das tun müssen, was wir tun können und das Tun unterlassen, was zu unterlassen ist. Zuweilen eine schwerwiegende Entscheidung, weil die Verantwortung gleichzeitig dringend und generationenübergreifend ist und in einem nicht unerheblichen Maße außerhalb unserer Vorstellungskraft. Dennoch enthält diese Verantwortung unmittelbaren Aufforderungscharakter.

“Gewiss, das Individuum ist nichts ohne das Ganze, zu dem es gehört. Aber es gilt auch das Umgekehrte: dieses Ganze gäbe es gar nicht, wenn es sich nicht in unseren Köpfen, in jedermanns Kopf, spiegelte. Die Welt wird bedeutungsreich oder öde sein, ja nachdem ob das Individuum hell oder stumpf ist. Globalisierung gestalten bleibt deshalb eine Aufgabe, die sich nur bewältigen lässt, wenn darüber nicht die andere große Aufgabe versäumt wird: das Individuum, sich selbst, zu gestalten.”
Rüdiger Safranski, 2003 


Veröffentlicht in Gegenwart, Zukunft | Kommentar schreiben »

Zukunft ist …

Geschrieben von stefan - 9. November 2007

… nach einer Definition Vilém Flussers, „was auf uns zukommt“. Diese scheinbar banale Bestimmung hat weitreichende Konsequenzen. So führt sie etwa zu einer Kritik des linearen Geschichtsbewusstseins, wonach die Zeit aus der Vergangenheit ankommt und durch uns hindurch auf die Zukunft hinausläuft. Stattdessen erschließt sich die Zukunft als ein Möglichkeitsfeld; in dem Maß, in dem sie sich der Gegenwart nähern, verwandeln sich jeweilige Möglichkeiten aus Unwahrscheinlichem in immer wahrscheinlicher Werdendes.

seebuhne-1.jpg

Quelle: „Der Wissensnavigator, das Lexikon der Zukunft, Artur P. Schmidt, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1999, S. 59

 

Veröffentlicht in Zukunft | Kommentar schreiben »

Was Wissen zum Fliessen bringt

Geschrieben von stefan - 21. Oktober 2007

Unter dieser Überschrift haben wir im Rahmen eines Projektes eine Matinee mit Christof Schmitz am 29.09.2007 veranstaltet, die von etwa 90 Führungskräften besucht wurde. Christof hat mit uns eine Wissensreise unternommen und die verschiedenen Stationen von 1995 bis heute in Blick genommen: wenn der Beginn des Wissensmanagement sich durch eine Aufbruchstimmung und die Hoffnung auf Nutzung brachliegenden Wissens ausgezeichnet hat, folgte ein paar Jahre nach den ersten Erfahrungen eine Desillusionierung, denn die durchaus klug angelegten Instrumente waren nicht dauerhaft praktikabel. Gerade in neuerer Zeit zeichnet sich allerdings – begünstigt durch die Arbeiten von Ikujiro Nonaka – ein Horizont ab, was im Sinne eines Knowledge Leadership sinnvollerweise zu tun wäre. U.a. geht es letztlich um die Frage, deren Antwort einen nützlichen und sehr einflussreichen Weg weist:

Kann ich jeden Tag das tun, was ich am besten kann?

Das halte ich tatsächlich für eine überaus relevante Frage, denn im Endeffekt ist es das, was ich wirklich will, was ich am liebsten tue und worin die höchste Aussicht besteht, glücklich zu werden, sowohl ich selbst als auch andere, die in diesem Fall beteiligt sind.
Also muss ich mich fragen, was das ist, was ich am besten kann und mich darum kompromisslos zu kümmern.

Christof hat außerdem noch “6 Regeln zum erfolgreichen Wissensfluss formuliert”. Näheres dazu unter Laterale.at

Veröffentlicht in Zukunft | Kommentar schreiben »

Zwischenzeiten…

Geschrieben von stefan - 25. September 2007

sind die stabilen Phasen, die normalen, üblichen, eigentlichen, konzentrierten, wirklichen,

wertvollen Zeiten.

Oder ist es nur eine Zwischenzeit im Wechsel mit Zwischenzeiten zu einem anderen Moment?



darkness-31.jpg

 


				

Veröffentlicht in Zukunft | 1 Kommentar »

Schiller – Spruch des Confuzius

Geschrieben von stefan - 12. August 2007

Dreifach ist der Schritt der Zeit,
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

berlin-13.jpgKeine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.

 

Veröffentlicht in Zukunft | 3 Kommentare »

40 plus

Geschrieben von stefan - 10. Juni 2007

Wir sind gerade dabei eine Veransttaltung zu entwickeln, die sich mit unserer Generation, also den 40+ beschäftigt. Neben den Aspekten, die für diese Lebensphase relevant sind – wie für andere Phasen andere Aspekte wesentlich sind – , haben wir auch die Besonderheit diskutiert, dass wir 40+ soviele sind: wir sind die Babyboomer und wo man sich umschaut, sind Menschen in unserem Alter, mit ähnlichen Themen, z.T. gleichen Fragen, Wünschen, Erwartungen, Absichten etc. Allein durch die Menge werden sich spezielle Fragen der Dynamik ergeben, die sonst in der Deutlichkeit vielleicht nicht stellen würden.

Das Eigentliche ist Jetzt: 40plus

“Jenseits aller intellektueller Distanz kommen wir mitunter vielleicht ernüchtert zu der Erkenntnis: wir sind der demografische Faktor!
Nach dem ersten Erstaunen regt sich der Geist: wenn wir gemeint sind, was ist dann zu tun, worin liegt der Aufforderungscharakter dieser demografisch offensichtlich bedeutsamen Lebensphase?
Zunächst einmal ist festzustellen, dass das Gemeinsame am „wir“ die Tatsache ist, um die 40 Jahre alt zu sein, dieser schönen Lebensspanne, die bis zur nächsten Dekade mit der fünf reicht. Was für diese Zeit offensichtlich auch bezeichnend ist, könnte man damit umschreiben, dass es uns jetzt erstmals gelingt, von einer gedachten Mitte aus mit sehr lebendiger Erinnerung noch die Ursprünge und ersten Wendepunkte zu erfühlen, gleichzeitig schon ein paar Blicke auf das unverstellte Alter werfen zu können. Noch fühlen wir uns allein mit dieser neuen Perspektive, bis wir uns umblicken: vielen Menschen in unserem direkten Umfeld ergeht es ebenso.
Das wäre ja eigentlich mit einem gespannten Interesse zur Kenntnis zu nehmen, wäre da nicht das Gefühl, das sich unausweichlich bestimmte Fragen stellen, die zwar nicht wirklich neu sind, aber in ihrer Dringlichkeit eine ganz neue Qualität gewonnen haben:
- worauf blicke ich zurück?
- wohin blicke ich von hier aus?
- wohin führen meine Spuren?
- was kommt mir da entgegen?
- wie schaue ich auf den Moment?
- wo sind die Lehrer, Mentoren, Vorbilder geblieben?
- kommt das Eigentliche noch oder ist es nicht längst schon da?
- worauf soll ich noch warten?
- welche Fragen scheinen mich wie alte Bekannte zu begleiten?
- welche Kreise schließen sich langsam?
- Und: was kann / soll / muss ich jetzt tun und beginnen, um ein gutes und echtes Leben geführt zu haben?”

Das ist ein Zitat aus dem Ausschreibungtext. Diese Arbeit findet in Zusammenarbeit mit Elisabeth Kräuter und Petra Unger, beide München, statt.

Die entscheidende Frage ist, was wir aus unseren Erkenntnissen abeleiten, um später so leben zu können, wir wie es uns jetzt vorstellen. Was ist jetzt zu tun, damit es so werden kann?

Stuhl

Veröffentlicht in Zukunft | Kommentar schreiben »

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.