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Gestalt braucht Raum: hier ist er!

Archiv für die Kategorie ‘was wirkt’

Was wirkt 8

Verfasst von dorothe am März 3, 2009

Jeden Besucher einer Ausstellung, der mit Interesse am Thema gekommen ist,  befällt in  Situationen des Bedrängtwerdens durch die Ausstellungsmacher fast zwangsläufig eine gewisse Bockigkeit. Ein Besucher möchte ja schließlich nicht die Selbstinzenierungen der „Macher“ auf der Bühne bezeugen – er ist gekommen um den „Künstlern“ zuzuhören, sich in ihre Erfahrungswelt mitnehmen zu lassen und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Deshalb könnte es an dieser Stelle einmal um ein striktes Selbstdarstellungverbot in allen Ausstellungen gehen. Ausgenommen wären – nach einer Formulierung von Anke Westphal im Feuilleton der Berliner Zeitung unter dem Titel „Sprechverbot jetzt!“ kleine Kinder.

„Die dürfen äußern, wenn sie müde und hungrig sind oder aufs Klo müssen, sollten aber in nicht zu fortgeschrittenem Alter mit der Tatsache vertraut gemacht werden, dass ein öffentlicher Raum nun mal kein privater ist. Und das eitles Geplapper dadurch nicht richtiger wird, dass man es den anderen zumutet.“

Wir Menschen sind einander tatsächlich immer wieder eine Zumutung. Andererseits  „is es nüscht“ ohne die anderen, wie Fontane einmal formulierte. Und schließlich und endlich verbirgt sich in jeder Zumutung auch Erkenntnisgewinn!

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Wozu Konflikte nutzen

Verfasst von dorothe am Oktober 13, 2008

Was ist der Nutzen von Konflikten? Was bringen offene Auseinandersetzungen mit dem anderen?  Erst einmal kosten sie Energie.  Gefühle gehören zum Konfliktgeschehen.  Ärger, Verunsicherung. Und Scham, weil der offene Konflikt immer auch von der eigenen Schwäche und Angst erzählt. Sie kosten die Harmonie, die wir so brauchen, um uns sicher zu fühlen. Konflikte können zerstörerisch sein.

Und es braucht sie im Zusammenspiel immer wieder, diese anstrengenden Zeiten der offenen Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Wenn ich Konflikte offen auf den Tisch bringe, wenn ich in der Auseinandersetzung auch zuhören kann, dann entsteht ein Wissensraum. Transaktives Wissen.  Wir wissen dann vom anderen, was ihm heilig ist.  Wir lernen zu verstehen, warum wir selber oder die anderen in bestimmten Situationen besonders heftig reagieren. Gefühle sind Hinweise auf die Relevanz eines Themas. Emotionen treten auf, wenn einem etwas nicht gleichgültig ist.  Wenn Werte verletzt werden. Oder Missverständnisse geklärt werden müssen. Wir neue Spielregeln auszuhandeln haben!

Wenn ich mit dem anderen in einen Konflikt einsteige, ein offenes Wort spreche, ihm meine Gedanken und meine Emotionen zumute, ist das ein Hinweis darauf, das wir etwas miteinander teilen. Ein Hinweis auf seine Wichtigkeit für mich. Und auch wenn sich nicht alles in Harmonie auflöst, ist doch eines gestärkt. Unser Wissen übereinander. Und unsere Freiheit.

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Gemeinschaft

Verfasst von dorothe am September 10, 2008

„Die Afrikaner haben etwas, das sie ubuntu nennen. Es handelt von der Essenz des Menschseins und ist Teil des Geschenks, das Afrika der Welt machen wird. Es schliesst Gastfreundschaft, sich um andere kümmern, miteinander durch dick und dünn gehen ein. Wir glauben, dass ein Mensch ein Mensch durch andere ist; dass meine Menschlichkeit untrennbar mit deiner zusammenhängt. Entmenschliche ich dich, so entmenschliche ich erbarmungslos mich selbst. Ein menschlicher Einzelgänger ist ein Widerspruch an sich, und deshalb streben wir danach, für die Gemeinschaft zu arbeiten und mit unserer Menschlichkeit der Gemeinschaft zu dienen.“

Erzbischof Desmond Tutu

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Erfahrungen

Verfasst von dorothe am Juli 10, 2008

Erfahrungen entspringen aus der Auseinandersetzung zwischen den eigenen Urteilen und dem, was mir die Welt anbietet an Erlebnissen. Dabei kommt es darauf an, dass ich mich einlasse auf das Fremde, Überraschende und es nicht sofort beurteile und ins Gewöhnliche ziehe. Erfahrungen mache ich, wenn ich Respekt behalte vor dem Eigensinn, der Eigenart des anderen.  Wenn ich die Fähigkeit wahrzunehmen bewahrt habe, die eigene Unsicherheit im Umgang mit dem Anderen spüren kann, ohne sie in Abwertung umwandeln zu müssen.

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Die Kunst ein freundlicher Mensch zu sein

Verfasst von dorothe am Juni 10, 2008

Das Leben ist so weise eingerichtet, dass niemand ernsthaft versuchen kann anderen etwas Gutes zu tun, ohne sich dabei selbst etwas Gutes zu tun. R.W.Emerson

Freundlichkeit braucht Denkvermögen und ethische Intelligenz.  Die Fähigkeit Situationen nüchtern wahrzunehmen schützt sie. Freundlichkeit ist nicht zu verwechseln mit „Es anderen Recht machen“. Freundlichkeit sieht genau hin und kann klar in der Sache sein.

Freundlichkeit braucht einen sicheren Stand und Autonomie. Freundlichkeit entscheidet, wie sie mit der Welt umgehen will und läßt sich nicht schnell aus dem Gleichgewicht bringen.

Freundlichkeit ist ansteckend.

Freundlichkeit ist ein Lebensmittel. Ohne Freundlichkeit wächst und gedeiht kein Kind, keine Beziehung, kein Projekt, kein Unternehmen.

 

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Lebenskunst

Verfasst von dorothe am Juni 4, 2008

     

Lebenskunst bedeutet das Wissen über das Selbst zu vermehren, also ein nachdenkendes Verhältnis zu sich selbst zu pflegen. Es bedeutet starke und tragfähige Beziehungen zu anderen herzustellen und sich an der Gestaltung des gemeinsamen Lebensraumes zu beteiligen. Lebenskunst bedeutet, sich der Schönheit der Existenz bewusst zu sein.

Es steht uns immer frei entsprechend der Zukunft zu handeln, die wir uns schaffen wollen. Heinz v.Foerster

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wabi – sabi

Verfasst von dorothe am Mai 2, 2008

wabi-sabi ist eine Komponente der japanisches Ästhetik. Die Wortverbindung wurde vor hunderten von Jahren durch Zen-Priester und Teemeister geprägt. Anders als wir es in unserem westlichen Denken gewohnt sind, wird Ästhetik den unvollkommenen, vergänglichen und unvollständigen Dinge zugeschrieben.  wabi–sabi beschreibt eine ganz spezifische Art von Schönheit, die sich durch Schlichtheit, Einfachheit und Selbstgenügsamkeit auszeichnet. Sie verzichtet zugunsten der inneren Werte der Dinge auf äußeren Prunk.

Während die Gegenstände der Moderne nahtlos, blankpoliert und glatt als neu, schön und erfolgreich wahrgenommen werden, erscheinen wabi-sabi Objekte unserem Blick kunstlos, etwas bäuerlich und grob in ihrer Oberflächenstruktur. wabi – sabi misst den Dingen einen umso höheren Wert zu, je länger sie im Gebrauch sind. Die Spuren von langem Gebrauch werden als reine Form der Schönheit wahrgenommen.

Diese Objekte laden zu einer anderen Form des Wahrnehmens ein. Den Rest des Beitrags lesen »

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Was wirkt 7

Verfasst von dorothe am Februar 2, 2008

Ein Schlüssel für eine erweiterte Handlungsfähigkeit ist die emotionale Intelligenz. Sie hat viel zu tun mit Wahrnehmungsfähigkeit. Goleman definiert sie wie folgt: Die eigenen Emotionen kennen - Intrapersonelle Wahrnehmung Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung – das Erkennen eines Gefühls während es auftritt. Achtsamkeit! Über meine speziellen Gefühlsauslöser wissen, meine emotionalen Gewohnheiten kennen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Was wirkt 6

Verfasst von dorothe am Oktober 22, 2007

Resilienz ist die Fähigkeit mit Krisen, Misserfolgen und Niederlagen umzugehen. Als eine Art „psychischer Widerstandkraft“ gründet sie sich auf sieben Säulen. Psychisch kraftvoll, also resilient zu sein, bedeutet dabei nicht Probleme und Niederlagen duch eine rosarote Brille schönzufärben oder Schwierigkeiten und Schmerz zu ignorieren. Im Gegenteil: Trauer, Ärger, Angst und Schmerzen gehören zum Leben und wir müssen damit umgehen. Die Haltung, die wir einnehmen macht den Unterschied! Den Rest des Beitrags lesen »

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Was wirkt 5

Verfasst von dorothe am Oktober 7, 2007

Ich bemerke, wie schwer es ist, Kritik und Zurückweisung nicht als Ablehnung und Entwertung meiner Person zu empfinden. Wie schwer es ist, mich mit einer harten Kritik nüchtern auseinanderzusetzen. Insbesondere dann, wenn sie als Vorwurf formuliert ist.

Der Umgang mit dieser Art von Kritik ist für mich anstrengend und raubt Energie. Es ist dann so, als ob alte Wunden wieder aufgerissen werden. Als ob Früheres mitschwingen im Neuen. Als ob alte Erfahrungen als „offene Gestalt“ unabgeschlossen weiterwirken. Und so meinen „wunden Punkt“ bilden, an dem ich den Vorwurf als persönlichen Angriff erlebe und auch annehme. Und in mir das Gefühl entsteht, dass ein anderer über meinen Wert bestimmen könne.

Die Auseinandersetzung mit Kritik, Zurückweisung und Ablehnung wird mir nicht erspart bleiben. Es wird darum gehen, wie ich mich innerlich schütze, vor der Heftigkeit von Aussagen und Ansprüchen. Vor der Definition anderer, was ich aus ihrer Sicht falsch mache. Vor dem Zuschreiben der bösen Absichten, wenn es meine Unvollkommenheit ist. Vor Interpretationen meines Handelns, die auch mit Erklärungen nicht aufzulösen sind.

Wie schütze ich mich vor Feindseligkeit?

Wichtig ist für mich, mein „inneres Drama“ aus dem Geschehen zu nehmen. Mir Abstand zu schaffen. Entscheidungen zu treffen. Auf Erklärungen zu verzichten. Aus dem „Film“ auszusteigen. Mir klar zu machen, dass die Dinge unterschiedlich wahrnehmbar sind. Dass die vermeintliche Macht, die der andere mir zuschreibt, indem er sich im Vorwurf als mein Opfer stilisiert, nicht meine ist. Und dass ich kein Interesse habe an dieser Macht. Schuld abladen verboten!

schilder2-001.jpg

aus der Reihe „Befreiungsschilder“

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