Verfasst von stefan am Juli 18, 2009
Fragen über Fragen, Ereignisse über Ereignisse: Immer diese Gleichzeitigkeiten, immer diese Abhängigkeiten, Verwobenheiten und Verknüpfungen. Nie kann nicht nur Eines als Erklärung dienen, nichts lässt sich ohne Weiteres auf Eines zurückführen. Nie bin ich allein und kann definitiv von letzgültiger Überzeugtheit reden, immer wird es doch relativ. Weil Bezüge da sind, weil Sichtweisen und Ereignisse außerhalb jeglicher Vorstellung sein können, weil ich keinen Faden habe, der zum Auffädeln und Ordnen dienen würde. Außer es zum gegenwärtigen Moment – der für sich so tut, als sei er ewig – ein zweiter dazu und es gelingt mit ein wenig Distanz eine perspektivische Verkürzung und mit ihr die Ungleichzeitigkeit. Ihr folgenden die beruhigenden Erklärungen und die wohltueneden Erkenntnisse, als hätte ich etwas überwunden und erreicht, jedenfalls für den Augenblick.

„Und als einer jener scheinbar abseitigen und abstrakten Gedanken, die in seinem Leben oft so unmittelbare Bedeutung gewannen, fiel ihm ein, dass das Gesetz dieses Lebens, nach dem man sich, überlastet und von Einfalt träumend sehnt, kein anderes sei als Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in Gegenwart, Literarisch, staunen | Kommentar schreiben »
Verfasst von stefan am April 16, 2009
„Auch kein Glück zu haben kann, aus dem Himmel betrachtet, Glück sein. Glück war es für mich, jeden glücklichen Moment zu geniessen, selbst wenn ich mir über die Vergänglichkeit des Augenblicks bewusst bin. Lassen wir die Banalitäten nicht aus dem Blick. Ich habe in den Zeitläufen zeitläufig gewohnt. Heute ist ein am Genuss orientiertes Essen für mich ein schöner Mittag oder Abend. Vielleicht eine Mahlzeit mit einem Gast. Wir speisen, wir glauben uns zu verstehen und wissen, wir werden uns nicht wiedersehen. Beide wollen wir es nicht.
Aber diese eine Abend war schön, vielleicht ein Symposion.“
Wolfgang Koeppen

Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am Januar 14, 2009
„Er zieht die Gelassenheit der Verbitterung vor. Er weiss, dass er zwar nicht alles beeinflussen kann, was ihm wichtig wäre, und er ärgert sich über viele Dinge, aber er nimmt diese Mängel als Lernchancen.
Er lebt sein Leben mit einer Grundstimmung der heiteren Gelassenheit.
Heiterkeit ist weder Tändelei, noch Selbstgefälligkeit, sie ist höhere Erkenntnis und Liebe, ist Bejahung aller Wirklichkeiten, Wachsein am Rand aller Tiefen und Abgründe.“
Hermann Hesse
Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am September 10, 2008
„Die Afrikaner haben etwas, das sie ubuntu nennen. Es handelt von der Essenz des Menschseins und ist Teil des Geschenks, das Afrika der Welt machen wird. Es schliesst Gastfreundschaft, sich um andere kümmern, miteinander durch dick und dünn gehen ein. Wir glauben, dass ein Mensch ein Mensch durch andere ist; dass meine Menschlichkeit untrennbar mit deiner zusammenhängt. Entmenschliche ich dich, so entmenschliche ich erbarmungslos mich selbst. Ein menschlicher Einzelgänger ist ein Widerspruch an sich, und deshalb streben wir danach, für die Gemeinschaft zu arbeiten und mit unserer Menschlichkeit der Gemeinschaft zu dienen.“
Erzbischof Desmond Tutu
Veröffentlicht in Literarisch, was wirkt | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am Juli 25, 2008
Man gibt schnell den Verhältnissen die Schuld, für das, was man ist. Ich glaube nicht an die Verhältnisse. Diejenigen, die in der Welt vorankommen, gehen hin und suchen die Verhältnisse, die sie wollen, und wenn sie sie nicht finden, schaffen sie sie selbst.
George Bernhard Shaw

Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am April 15, 2008
“Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness that most frightens us. Your playing small does not serve the world. There is nothing enlightened about shrinking so that other people won’t feel insecure around you. We are all meant to shine as children do. It’s not just in some of us; it is in everyone. And as we let our own lights shine, we unconsciously give other people permission to do the same. As we are liberated from our own fear, our presence automatically liberates others.”
Marianne Williamson „A Return to Love“
Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am April 2, 2008
Herr Keuner und die Flut
Herr Keuner ging durch ein Tal, als er plötzlich bemerkte, daß seine Füße in Wasser gingen. Da erkannte er, daß sein Tal in Wirklichkeit ein Meeresarm war und daß die Zeit der Flut herannahte. Er blieb sofort stehen, um sich nach einem Kahn umzusehen, und solange er auf einen Kahn hoffte blieb er stehen. Als aber kein Kahn in Sicht kam, gab er diese Hoffnung auf und hoffte, daß das Wasser nicht mehr steigen möchte. Erst als ihm das Wasser bis ans Kinn ging, gab er auch diese Hoffnung auf und schwamm. Er hatte erkannt, daß er selber ein Kahn war.
Bertolt Brecht 1898 – 1956
Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am März 29, 2008
Gespräche
„Wir können nicht mehr miteinander sprechen“, sagte Herr K. zu einem Mann. „Warum?“ fragte der erschrocken. „Ich bringe in Ihrer Gegenwart nichts Vernüftiges hervor“, beklagte sich Herr K. „Aber das macht doch nichts“, tröstete ihn der andere. -“Das glaube ich“, sagte Herr K. erbittert, „aber mir macht es etwas.“
Bertolt Brecht 1898 – 1956
Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am März 27, 2008
Das Recht auf Schwäche
Herr K. half jemandem in einer schwierigen Angelegenheit. In der Folge ließ es dieser an jeder Art Dank fehlen. Herr K. setzte nun seine Freunde in Erstaunen, indem er sich laut über die Undankbarkeit des Betreffenden beschwerte. Sie fanden Herrn K.s Benehmen unfein und sagten auch:“ Hast du nicht gewußt, daß man nichts tun soll der Dankbarkeit wegen, weil der Mensch zu schwach ist, um dankbar zu sein.“ – „Und ich“, fraget Herr K., „bin ich kein Mensch? Warum sollte ich nicht so schwach sein, Dankbarkeit zu verlangen? Die Leute meinen immer, sie bekennen sich als dumm, wenn sie bekennen, daß eine Gemeinheit gegen sie verübt wurde. Wieso eigentlich?“
Bertolt Brecht 1898 – 1956
Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am März 19, 2008
Try to learn to breathe deeply, really to taste food when you eat, and when you sleep, really to sleep. Try as much as possible to be wholly alive, with all your might, and when you laugh, laugh like hell, and when you get angry, get good and angry. Try to be alive. You will be dead soon enough.
William Saroyan
Veröffentlicht in Gegenwart, Literarisch | Kommentar schreiben »