Versuch über den Eigensinn
Geschrieben von dorothe - 26. Dezember 2010
Was ist er nicht, der Eigensinn…..Eigensinn ist nicht gleichzusetzen mit Selbstsucht. Bedeutet nicht, nur sich selbst gelten zu lassen oder die eigenen Interessen auf Kosten der anderen durchzusetzen. Eigensinn bedeutet, den Sinn für das Eigene zu entwickeln. Für das eigene Leben. Mit dem, was persönlich wichtig erscheint. Eigensinn hat die Fähigkeit offen Eigenes kund zu tun. Nicht zu manipulieren. Verbindendes und auch Trennendes anzusprechen. Dem anderen damit Eigenes zu ermöglichen. Offenheit ist eng verbunden mit Eigensinn. Konturen werden sichtbar. Eigensinn verändert die Qualität von Beziehungen. Menschen, die einen Sinn für das Eigene haben, sind vielleicht ehrlicher. Können sich gegenseitig mehr zumuten. Das schafft Vertrauen. Vertrauen in die Tragfähigkeit von Beziehungen. Eigensinn ist eng verknüpft mit Lebendigkeit. Lebendigkeit – also dem Gefühl für den eigenen Wert, die eigenen Träume, die eigene Freude, die eigene Traurigkeit. Lebendig fühle ich mich, wenn ich mir über das Meine bewusst bin. Wenn ich dafür sorge, dass ich damit in die Welt gehen kann. Wenn ich meine Stimme finde. Dann werde ich auch die Stimme des anderen würdigen können. Dann bin ich dem anderen und er mir – ein Gegenüber. Dann ensteht Resonanz. Gemeinsinn!
“Ihr sollt lernen, ihr selbst zu sein…Ihr sollt verlernen, andere zu sein, gar nicht zu sein, fremde Stimmen nachzuahmen und fremde Gesichter für die Euern zu halten.” Nietzsche
stefan sagte
…und es wird so sein, dass das Eigene Voraussetzung für das Gemeinsame ist. Ohne Eigenes nichts Gemeinsames. Das Gemeinsame besteht aus abgrenzbarem Eigenem. Es ist eben nicht jeweils dasselbe, sondern das Andere.
Daher ja die Notwendigkeit, sich auseinanderzusetzen. Das Eigene dem Anderen im Sinne eines Gemeinsamen anzuvertrauen, es ihm zu schenken, sich anzusetzen und zuzumuten.
Nur so allerdings entsteht Resonanz und Lebendigkeit. Leicht ist es deshalb noch nicht.