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Gestalt braucht Raum: hier ist er!

Energie in Organisationen

Verfasst von dorothe am Juni 11, 2009

Organisationen sind von immerwährender Veränderung geprägt – in der gegenwärtigen Phase wird diese als besonders krisenhaft erlebt, d.h. der Fokus auf den Verlust des Alten, vermeintlich Bewährten steht im Vordergrund. Die Chancen, die im Wandel verborgen sein könnten, werden eher weniger wahrgenommen.  Verlustorientierung lässt die Bereitschaft Unsicherheiten und Ängste zu entwickeln sehr stark ansteigen. Unsicherheiten haben, wenn mit ihnen nicht bewusst umgegangen werden kann, einen großen Einfluss auf die Energie, die im Unternehmen freigesetzt wird.  Und gerade in der Krise wird das „Vitalkapital“ eines Unternehmens immens wichtig.

In der Unternehmenswirklichkeit stehen die Wirtschaftlichkeit und der Gewinn im Zentrum der Aufmerksamkeit. Als harte Fakten werden Renditen und Produktivität bezeichnet. Themen wie Kultur und Atmosphäre sind weiche Faktoren und haben für manche Manager den Stellenwert von Volksbefragungen in der ehemaligen Sowjetunion: oberflächlich ganz interessant, doch im Grunde bedeutungslos.

Eine nur auf die harten Faktoren gerichtete Aufmerksamkeit läuft Gefahr, die Energiequellen im Unternehmen zu übersehen. Ein Großteil des Unternehmenswertes ist „zwischen den Ohren“ und „im Herzen“ der Mitarbeiter angesiedelt.  

In Unternehmen besteht die Vitalität oder auch die organisationale Energie aus der Summe der Gefühle aller Beteiligten in und um das Unternehmen. Ob in der Mitarbeiterschaft ein Gefühl von Selbstwirksamkeit oder eher Ohnmacht gegenüber unübersichtlichen, belastenden Verhältnissen herrscht, ist ein fundamentaler Unterschied, der sich auf den persönlichen Einsatz und die Arbeitsergebnisse unmittelbar niederschlägt. Wenn wir die Energiequellen im Unternehmen stärken und nutzen wollen, geht es um Gefühle im Unternehmen!

Gefühle sind Werterlebnisse und begründen im Individuellen unsere Vitalität. Wert hat, was mir Sinn macht. Wert entsteht durch erlebte Wertschätzung und Anerkennung. Ziel von Führung in bewegten Zeiten müsste sein es, mit Menschen in Organisationen mehr Energie, mehr Innovationskraft und mehr Flexibilität zu entwickeln. Es geht darum die Vitalität im Unternehmen zu stärken.

Vitalität ist die Fähigkeit Krisen zu bewältigen.
Vitalität kann als Fähigkeit der Anpassung an Veränderungen und Anforderungen bezeichnet werden.  Vitalität ist die Fähigkeit der ständigen Selbsterfindung. Vitale Unternehmen haben Potentiale in der Krise die neuen Aspekte und Anforderungen wahrzunehmen und kreativ damit umzugehen.

Organisationale Energie wird von den Werten, dem Menschenbild, der Haltung der Führungskräfte und den Werthaltungen der Organisation, in der der Führung stattfindet, geprägt. Der zentrale Faktor dabei erscheint die Haltung. Sie steuert den Fokus unserer Wahrnehmung, unsere Interpretationen und die daraus folgenden Interventionen. Kraftvolle Führung braucht eine Haltung, deren Fokus bewusst auf die Potentiale von Menschen gerichtet ist, die mit Unsicherheiten offensiv umzugehen weiss und Menschen in die Suche nach Lösungen einbinden kann.  Führungskräfte können – gerade in der Krise – als Energie-Verstärker wirken! Die Fähigkeit von Führungskräften die interne Kommunikation so zu gestalten, dass sie vitalisierend wirkt, die „Soziale Architektur“ so zu planen, dass ein positives Energiefeld im Unternehmens entstehen kann.

Was ermöglicht es Führungskräften trotz Krise eine Arbeitsatmosphäre zu  gestalten, die Energie freisetzt? Welche Faktoren schützen die Arbeitsfreude und Vitalität von Menschen? Wie kann die Führungskraft als „Entwicklungsarchitekt“ ein Zusammenspiel entstehen lassen, dass auch in schwierigen Situationen tragfähig ist? Diese Fragen sind zu ´beantworten, wenn es um Energie in Unternehmen geht.

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