Was wirkt 8
Verfasst von dorothe am März 3, 2009
Jeden Besucher einer Ausstellung, der mit Interesse am Thema gekommen ist, befällt in Situationen des Bedrängtwerdens durch die Ausstellungsmacher fast zwangsläufig eine gewisse Bockigkeit. Ein Besucher möchte ja schließlich nicht die Selbstinzenierungen der „Macher“ auf der Bühne bezeugen – er ist gekommen um den „Künstlern“ zuzuhören, sich in ihre Erfahrungswelt mitnehmen zu lassen und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.
Deshalb könnte es an dieser Stelle einmal um ein striktes Selbstdarstellungverbot in allen Ausstellungen gehen. Ausgenommen wären – nach einer Formulierung von Anke Westphal im Feuilleton der Berliner Zeitung unter dem Titel „Sprechverbot jetzt!“ kleine Kinder.
„Die dürfen äußern, wenn sie müde und hungrig sind oder aufs Klo müssen, sollten aber in nicht zu fortgeschrittenem Alter mit der Tatsache vertraut gemacht werden, dass ein öffentlicher Raum nun mal kein privater ist. Und das eitles Geplapper dadurch nicht richtiger wird, dass man es den anderen zumutet.“
Wir Menschen sind einander tatsächlich immer wieder eine Zumutung. Andererseits „is es nüscht“ ohne die anderen, wie Fontane einmal formulierte. Und schließlich und endlich verbirgt sich in jeder Zumutung auch Erkenntnisgewinn!