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Gestalt braucht Raum: hier ist er!

wabi – sabi

Verfasst von dorothe am Mai 2, 2008

wabi-sabi ist eine Komponente der japanisches Ästhetik. Die Wortverbindung wurde vor hunderten von Jahren durch Zen-Priester und Teemeister geprägt. Anders als wir es in unserem westlichen Denken gewohnt sind, wird Ästhetik den unvollkommenen, vergänglichen und unvollständigen Dinge zugeschrieben.  wabi–sabi beschreibt eine ganz spezifische Art von Schönheit, die sich durch Schlichtheit, Einfachheit und Selbstgenügsamkeit auszeichnet. Sie verzichtet zugunsten der inneren Werte der Dinge auf äußeren Prunk.

Während die Gegenstände der Moderne nahtlos, blankpoliert und glatt als neu, schön und erfolgreich wahrgenommen werden, erscheinen wabi-sabi Objekte unserem Blick kunstlos, etwas bäuerlich und grob in ihrer Oberflächenstruktur. wabi – sabi misst den Dingen einen umso höheren Wert zu, je länger sie im Gebrauch sind. Die Spuren von langem Gebrauch werden als reine Form der Schönheit wahrgenommen.

Diese Objekte laden zu einer anderen Form des Wahrnehmens ein.

Sie wird in der Philosophie des wabi-sabi deutlich:

Alle Dinge sind vergänglich.

Alle Dinge sind unvollständig.

Größe findet sich in den unscheinbaren und leicht übersehbaren Details.

Schönheit kann gerade aus Unvollkommenheit erwachsen.

 

wabi – sabi kann in seiner umfassendsten Ausprägung eine Form der Lebensführung sein. Die Beschreibungen seiner geistigen Werte muten systemisch an. Das Prinzip des wabi-sabi impliziert ein intuitives Weltbild. Es sucht für jeden Gegenstand  eigenständige  Lösungen, von Stück zu Stück verschieden. Korrosion und Verunreinigung intensivieren seine Ausdruckskraft. wabi – sabi bemüht sich um die Erweiterung der sinnlichen Information. Wohlbefinden entsteht durch Mehrdeutigkeiten und Widersprüchlichkeit. Jedes Ding hat seine Zeit.

Und wenn wir wissen, was wir wissen, wie sollen wir Handeln?

Befreie dich von unnötigen Vorstellungen, wie es sein sollte. Konzentriere dich auf das Eigentliche. Sehe die Schönheit in dem, was ist!

Literatur: Leonard Koren, Wabi-sabi für Künstler, Architekten und Designer

 

 

 

 

 


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