Verfasst von dorothe am Oktober 24, 2007
Herr K. und die Natur
Befragt über sein Verhältnis zur Natur, sagte Herr K.: „Ich würde gern mitunter aus dem Haus tretend ein paar Bäume sehen. Besonders da sie durch ihr Tages- und Jahreszeit entsprechendes Andersaussehen einen so besonderen Grad von Realität erreichen. Auch verwirrt es uns in den Städten mit der Zeit, immer nur Gebrauchsgegenstände zu sehen, Häuser und Bahnen, die unbewohnt leer, unbenutzt sinnlos wären. Unsere eigentümliche Gesellschaftsordnung lässt uns ja auch Menschen zu solchen Gebrauchsgegenständen zählen, und da haben Bäume wenigstens für mich, der ich kein Schreiner bin, etwas beruhigendes Selbstständiges, von mir Abstehendes, und ich hoffe sogar, sie haben selbst für die Schreiner einges an sich, was nicht verwertet werden kann.“
Bertolt Brecht 1898 – 1956
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Verfasst von stefan am Oktober 22, 2007
…oder mit anderen Worten: die Welt ist Klang. Und er strebt nach Harmonie: Einklang.
Der Kosmos ist nicht still und Inbegriff der Schweigens, er ist voller Klang, voller Hall und – wie J.E. Berendt schreibt – voller Rauschen, Ticken, Trommel, Summen, Zischen, Brüllen. Die neuere Radioteleskopie verhilft uns hier zu hören, was Pythagoras über Kepler und auch Goethe wussten:
„Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang
und ihre vorgeschriebne Weise
vollendet sie mit Donnergang.“
Goethe im Prolog zum Faust

Erstaunlich auch, was Berendt weiter beschreibt, nämlich dass die Planeten sich in solchen eleptischen Bahnen bewegen, die durch die daraus entstehenden Proportionen so klingen, wie unsere Musik und die zugrundeliegenden Harmonien. Vermutlich ist es ja so, dass wir uns unsere Klänge und deren Gesetze aus dem Kosmos abgehört haben, auf der Suche nach Einklang, wenngleich zumindest mir nicht klar ist wie. Das ist auch nicht die maßgebliche Frage: allein die Tatsache, dass es eine Verbindung gibt – wenigstens in der Betrachtung – gibt das Gefühl von aufgehoben sein: ich klinge mit.
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Verfasst von dorothe am Oktober 22, 2007
Resilienz ist die Fähigkeit mit Krisen, Misserfolgen und Niederlagen umzugehen. Als eine Art „psychischer Widerstandkraft“ gründet sie sich auf sieben Säulen. Psychisch kraftvoll, also resilient zu sein, bedeutet dabei nicht Probleme und Niederlagen duch eine rosarote Brille schönzufärben oder Schwierigkeiten und Schmerz zu ignorieren. Im Gegenteil: Trauer, Ärger, Angst und Schmerzen gehören zum Leben und wir müssen damit umgehen. Die Haltung, die wir einnehmen macht den Unterschied! Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von stefan am Oktober 21, 2007
Unter dieser Überschrift haben wir im Rahmen eines Projektes eine Matinee mit Christof Schmitz am 29.09.2007 veranstaltet, die von etwa 90 Führungskräften besucht wurde. Christof hat mit uns eine Wissensreise unternommen und die verschiedenen Stationen von 1995 bis heute in Blick genommen: wenn der Beginn des Wissensmanagement sich durch eine Aufbruchstimmung und die Hoffnung auf Nutzung brachliegenden Wissens ausgezeichnet hat, folgte ein paar Jahre nach den ersten Erfahrungen eine Desillusionierung, denn die durchaus klug angelegten Instrumente waren nicht dauerhaft praktikabel. Gerade in neuerer Zeit zeichnet sich allerdings – begünstigt durch die Arbeiten von Ikujiro Nonaka – ein Horizont ab, was im Sinne eines Knowledge Leadership sinnvollerweise zu tun wäre. U.a. geht es letztlich um die Frage, deren Antwort einen nützlichen und sehr einflussreichen Weg weist:
Kann ich jeden Tag das tun, was ich am besten kann?
Das halte ich tatsächlich für eine überaus relevante Frage, denn im Endeffekt ist es das, was ich wirklich will, was ich am liebsten tue und worin die höchste Aussicht besteht, glücklich zu werden, sowohl ich selbst als auch andere, die in diesem Fall beteiligt sind.
Also muss ich mich fragen, was das ist, was ich am besten kann und mich darum kompromisslos zu kümmern.
Christof hat außerdem noch „6 Regeln zum erfolgreichen Wissensfluss formuliert“. Näheres dazu unter Laterale.at
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Verfasst von dorothe am Oktober 16, 2007
Herr K. und die Katzen
Herr K. liebte die Katzen nicht. Sie schienen ihm keine Freunde der Menschen zu sein; also war er auch nicht ihr Freund. „Hätten wir gleiche Interessen“, sagte er, „dann wäre mir ihre feindselige Haltung gleichgültig.“ Aber Herr K. verscheuchte die Katzen nur ungern von seinem Stuhl. „Sich in Ruhe zu legen, ist eine Arbeit“, sagte er; „sie soll Erfolg haben.“ Auch wenn Katzen vor seiner Tür jaulten, stand er auf vom Lager, selbst bei Kälte, und ließ sie in die Wärme ein. „Ihre Rechnung ist einfach“; sagte er, „wenn sie rufen, öffnet man ihnen. Wenn man ihnen nicht mehr öffnet, rufen sie nicht mehr. Rufen, das ist ein Fortschritt.“
Bertolt Brecht 1898 – 1956
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Verfasst von dorothe am Oktober 7, 2007
Ich bemerke, wie schwer es ist, Kritik und Zurückweisung nicht als Ablehnung und Entwertung meiner Person zu empfinden. Wie schwer es ist, mich mit einer harten Kritik nüchtern auseinanderzusetzen. Insbesondere dann, wenn sie als Vorwurf formuliert ist.
Der Umgang mit dieser Art von Kritik ist für mich anstrengend und raubt Energie. Es ist dann so, als ob alte Wunden wieder aufgerissen werden. Als ob Früheres mitschwingen im Neuen. Als ob alte Erfahrungen als „offene Gestalt“ unabgeschlossen weiterwirken. Und so meinen „wunden Punkt“ bilden, an dem ich den Vorwurf als persönlichen Angriff erlebe und auch annehme. Und in mir das Gefühl entsteht, dass ein anderer über meinen Wert bestimmen könne.
Die Auseinandersetzung mit Kritik, Zurückweisung und Ablehnung wird mir nicht erspart bleiben. Es wird darum gehen, wie ich mich innerlich schütze, vor der Heftigkeit von Aussagen und Ansprüchen. Vor der Definition anderer, was ich aus ihrer Sicht falsch mache. Vor dem Zuschreiben der bösen Absichten, wenn es meine Unvollkommenheit ist. Vor Interpretationen meines Handelns, die auch mit Erklärungen nicht aufzulösen sind.
Wie schütze ich mich vor Feindseligkeit?
Wichtig ist für mich, mein „inneres Drama“ aus dem Geschehen zu nehmen. Mir Abstand zu schaffen. Entscheidungen zu treffen. Auf Erklärungen zu verzichten. Aus dem „Film“ auszusteigen. Mir klar zu machen, dass die Dinge unterschiedlich wahrnehmbar sind. Dass die vermeintliche Macht, die der andere mir zuschreibt, indem er sich im Vorwurf als mein Opfer stilisiert, nicht meine ist. Und dass ich kein Interesse habe an dieser Macht. Schuld abladen verboten!

aus der Reihe „Befreiungsschilder“
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Verfasst von dorothe am Oktober 5, 2007
Herrn K.s Lieblingstier
Als Herr K. gefragt wurde, welches Tier er vor allen schätze, nannte er den Elefanten und begründete dies so: Der Elefant vereint List mit Stärke. Das ist nicht die kümmerliche List, die ausreicht, einer Nachstellung zu entgehen oder ein Essen zu ergattern, indem man nicht auffällt, sondern die List, welcher die Stärke für große Unternehmungen zur Verfügung steht. Wo dieses Tier war, führt eine breite Spur. Dennoch ist es gutmütig, es versteht Spass. Es ist ein guter Freund, wie es ein guter Feind ist. Sehr groß und schwer, ist es doch auch sehr schnell. Sein Rüssel führt einem enormen Körper auch die kleinsten Speisen zu, auch Nüsse. Seine Ohre sind verstellbar: Er hört nur, was ihm passt. Er wird auch sehr alt. Er ist auch gesellig, und dies nicht nur zu Elefanten. Überall ist er sowohl beliebt als auch gefürchtet. Eine gewisse Komik macht es möglich, dass er sogar verehrt werden kann. Er hat eine dicke Haut, darin zerbrechen die Messer; aber sein Gemüt ist zart. Er kann traurig werden. Er kann zornig werden. Er tanzt gern. Er stirbt im Dickicht. Er liebt Kinder und andere kleine Tiere. Er ist nicht essbar. Er kann gut arbeiten. Er trinkt gern und wird fröhlich. Er tut etwas für die Kunst: Er liefert Elfenbein.
Bertolt Brecht 1898 – 1956
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Verfasst von dorothe am Oktober 1, 2007
Die Farben in mir jubeln und weinen….meine Farben. Ich kann nicht wissen, ob auch andere Menschen sie so oder anders empfinden, denn ein jeder ist ein anderer im Sehen, im Verstehen und im Empfinden und Nachempfinden.
Die Bewegung zeichne ich so, dass ich einen Augenblick erfasse und dann nicht wieder auf das Objekt schaue. Wenn ich wieder hinsehe, hat es längst eine andere Stellung eingenommen.
Emil Nolde, 1867 – 1956
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