Verfasst von dorothe am September 29, 2009
Wenn das Ende des Steigerungsspiels sich abzeigt und wir mit der Erweiterung der Möglichkeitsräume an Grenzen stossen dann können wir den Schwerpunkt unseres Denkens verlagern.
Wir können uns vom Haben und Müssen abwenden. Vielleicht am Anfang und als Ungeübte nur ein wenig. Und dann das Sein in den Blick nehmen und durchatmen. Als Bewohner von Möglichkeiträumen wäre durchatmen eine Option. Und dann können wir nachdenken, was uns wirklich wichtig ist.
Die Kategorie „anders“ anstelle von „mehr“ hat auch ihren Reiz!
Veröffentlicht in Gegenwart, staunen | Kommentar schreiben »
Verfasst von stefan am Juli 18, 2009
Fragen über Fragen, Ereignisse über Ereignisse: Immer diese Gleichzeitigkeiten, immer diese Abhängigkeiten, Verwobenheiten und Verknüpfungen. Nie kann nicht nur Eines als Erklärung dienen, nichts lässt sich ohne Weiteres auf Eines zurückführen. Nie bin ich allein und kann definitiv von letzgültiger Überzeugtheit reden, immer wird es doch relativ. Weil Bezüge da sind, weil Sichtweisen und Ereignisse außerhalb jeglicher Vorstellung sein können, weil ich keinen Faden habe, der zum Auffädeln und Ordnen dienen würde. Außer es zum gegenwärtigen Moment – der für sich so tut, als sei er ewig – ein zweiter dazu und es gelingt mit ein wenig Distanz eine perspektivische Verkürzung und mit ihr die Ungleichzeitigkeit. Ihr folgenden die beruhigenden Erklärungen und die wohltueneden Erkenntnisse, als hätte ich etwas überwunden und erreicht, jedenfalls für den Augenblick.

„Und als einer jener scheinbar abseitigen und abstrakten Gedanken, die in seinem Leben oft so unmittelbare Bedeutung gewannen, fiel ihm ein, dass das Gesetz dieses Lebens, nach dem man sich, überlastet und von Einfalt träumend sehnt, kein anderes sei als Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in Gegenwart, Literarisch, staunen | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am Juni 11, 2009
Organisationen sind von immerwährender Veränderung geprägt – in der gegenwärtigen Phase wird diese als besonders krisenhaft erlebt, d.h. der Fokus auf den Verlust des Alten, vermeintlich Bewährten steht im Vordergrund. Die Chancen, die im Wandel verborgen sein könnten, werden eher weniger wahrgenommen. Verlustorientierung lässt die Bereitschaft Unsicherheiten und Ängste zu entwickeln sehr stark ansteigen. Unsicherheiten haben, wenn mit ihnen nicht bewusst umgegangen werden kann, einen großen Einfluss auf die Energie, die im Unternehmen freigesetzt wird. Und gerade in der Krise wird das „Vitalkapital“ eines Unternehmens immens wichtig. Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in Gegenwart, beratung | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am Mai 30, 2009
Die Vielfalt der Mitarbeiter und die daraus entstehenden Synergien sind das wertvollste Kapital eines Wissensunternehmens. Diversity ist die Vielfalt sichtbarer und unsichtbarer Unterschiede zwischen den Menschen. Ihre Herkunft, ihre kulturellen Prägungen, Generations- und Geschlechtsunterschiede und Unterschiede im Erfahrungswissen.
Von Führungskräften erfordert der Umgang mit Diversity ganzheitliches Denken und professionelles Handeln. Wahrnehmungsfähigkeiten und Sensibilität im Umgang mit Unterschieden sind elementare Schlüsselqualifikationen, denn erst wenn Unterschiede anerkannt werden, können sie auch aktiv eingebunden und genutzt werden.
Diversity ist mehr als nur ein Konzept – es ist die Kultur des Umgangs mit den „Anderen“!
Veröffentlicht in Gegenwart, beratung | Kommentar schreiben »
Verfasst von stefan am April 28, 2009
Durch die Zeit wird alles Erfahrung.
Und sofern man die jeweilige Erfahrung überlebt – an Körper und Seele – stellt sich unaufgefordert die Frage, in welcher Weise sie wahrgenommen, entdeckt und bedeutet wird.
Hier ereignet sich dann die zweite Welt, die in ihrer Art einmalig und nicht wiederholbar ist.
Hier ereignet sich das eigentlich Eigene, nur und ausschliesslich aus dieser einen Perspektive verstehbar, bei allem Bemühen.
Aus allen weiteren Blickrichtungen erscheint die Deutung mit ihrer Ausdruckswirkung potentiell seltsam oder unverständlich bis empörend, manchmal noch weiter.
Grundsätzlich aber glaube ich daran, dass es jeder gut machen will.
Jeder will seine Erfahrungen überleben.
Als Vorbereitung zum letzten Weg.
„Nicht die Dinge an sich sind es, die uns beunruhigen, sondern vielmehr sind es unsere Interpretationen, der Bedeutung dieser Ereignisse, die unsere Reaktion bestimmt.“
Marc Aurel

Veröffentlicht in staunen | Kommentar schreiben »
Verfasst von stefan am April 16, 2009
„Auch kein Glück zu haben kann, aus dem Himmel betrachtet, Glück sein. Glück war es für mich, jeden glücklichen Moment zu geniessen, selbst wenn ich mir über die Vergänglichkeit des Augenblicks bewusst bin. Lassen wir die Banalitäten nicht aus dem Blick. Ich habe in den Zeitläufen zeitläufig gewohnt. Heute ist ein am Genuss orientiertes Essen für mich ein schöner Mittag oder Abend. Vielleicht eine Mahlzeit mit einem Gast. Wir speisen, wir glauben uns zu verstehen und wissen, wir werden uns nicht wiedersehen. Beide wollen wir es nicht.
Aber diese eine Abend war schön, vielleicht ein Symposion.“
Wolfgang Koeppen

Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am März 3, 2009
Jeden Besucher einer Ausstellung, der mit Interesse am Thema gekommen ist, befällt in Situationen des Bedrängtwerdens durch die Ausstellungsmacher fast zwangsläufig eine gewisse Bockigkeit. Ein Besucher möchte ja schließlich nicht die Selbstinzenierungen der „Macher“ auf der Bühne bezeugen – er ist gekommen um den „Künstlern“ zuzuhören, sich in ihre Erfahrungswelt mitnehmen zu lassen und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.
Deshalb könnte es an dieser Stelle einmal um ein striktes Selbstdarstellungverbot in allen Ausstellungen gehen. Ausgenommen wären – nach einer Formulierung von Anke Westphal im Feuilleton der Berliner Zeitung unter dem Titel „Sprechverbot jetzt!“ kleine Kinder.
„Die dürfen äußern, wenn sie müde und hungrig sind oder aufs Klo müssen, sollten aber in nicht zu fortgeschrittenem Alter mit der Tatsache vertraut gemacht werden, dass ein öffentlicher Raum nun mal kein privater ist. Und das eitles Geplapper dadurch nicht richtiger wird, dass man es den anderen zumutet.“
Wir Menschen sind einander tatsächlich immer wieder eine Zumutung. Andererseits „is es nüscht“ ohne die anderen, wie Fontane einmal formulierte. Und schließlich und endlich verbirgt sich in jeder Zumutung auch Erkenntnisgewinn!
Veröffentlicht in Gegenwart, Rahmen, was wirkt | Kommentar schreiben »
Verfasst von stefan am Februar 1, 2009
Angenommen, Sie befinden sich in einer ganz normalen Situation in Ihrer täglichen Arbeit mit Menschen, mit Kollegen oder als Führungskraft oder als Berater, Sie sind geübt und souverän, können auf Ihre Fähigkeiten vertrauen, Sie sind erfahren und dadurch wirkungsvoll.
Und dann kommt da eine Situation, in der Sie plötzlich nicht mehr den Überblick haben, sich festfahren und zunehmend die innere Souveränität verlieren.
Was für ein Gefühl: die Wirkung verfehlt, die Absicht – tatkräftig durchdacht, vorbereitet, geprüft, modifiziert, für gut befunden und dann umgesetzt – im Unverständnis des Gegenüber versunken, alternative Möglichkeiten wie aufgelöst, der Kontakt unterbrochen, und es kommt einem vor, wie eine Investition, durch die auch noch zusätzliche Kosten entstehen.
Dabei: wir wissen alle, dass zum Erfolg …
Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in Gegenwart | 1 Kommentar »
Verfasst von dorothe am Januar 14, 2009
„Er zieht die Gelassenheit der Verbitterung vor. Er weiss, dass er zwar nicht alles beeinflussen kann, was ihm wichtig wäre, und er ärgert sich über viele Dinge, aber er nimmt diese Mängel als Lernchancen.
Er lebt sein Leben mit einer Grundstimmung der heiteren Gelassenheit.
Heiterkeit ist weder Tändelei, noch Selbstgefälligkeit, sie ist höhere Erkenntnis und Liebe, ist Bejahung aller Wirklichkeiten, Wachsein am Rand aller Tiefen und Abgründe.“
Hermann Hesse
Veröffentlicht in Literarisch | Kommentar schreiben »
Verfasst von dorothe am Oktober 13, 2008
Was ist der Nutzen von Konflikten? Was bringen offene Auseinandersetzungen mit dem anderen? Erst einmal kosten sie Energie. Gefühle gehören zum Konfliktgeschehen. Ärger, Verunsicherung. Und Scham, weil der offene Konflikt immer auch von der eigenen Schwäche und Angst erzählt. Sie kosten die Harmonie, die wir so brauchen, um uns sicher zu fühlen. Konflikte können zerstörerisch sein.
Und es braucht sie im Zusammenspiel immer wieder, diese anstrengenden Zeiten der offenen Auseinandersetzung mit dem Gegenüber. Wenn ich Konflikte offen auf den Tisch bringe, wenn ich in der Auseinandersetzung auch zuhören kann, dann entsteht ein Wissensraum. Transaktives Wissen. Wir wissen dann vom anderen, was ihm heilig ist. Wir lernen zu verstehen, warum wir selber oder die anderen in bestimmten Situationen besonders heftig reagieren. Gefühle sind Hinweise auf die Relevanz eines Themas. Emotionen treten auf, wenn einem etwas nicht gleichgültig ist. Wenn Werte verletzt werden. Oder Missverständnisse geklärt werden müssen. Wir neue Spielregeln auszuhandeln haben!
Wenn ich mit dem anderen in einen Konflikt einsteige, ein offenes Wort spreche, ihm meine Gedanken und meine Emotionen zumute, ist das ein Hinweis darauf, das wir etwas miteinander teilen. Ein Hinweis auf seine Wichtigkeit für mich. Und auch wenn sich nicht alles in Harmonie auflöst, ist doch eines gestärkt. Unser Wissen übereinander. Und unsere Freiheit.
Veröffentlicht in Gegenwart, beratung, was wirkt | Kommentar schreiben »